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Behörden & Organisation

Ummelden nach dem Umzug – so geht's

Nach dem Einzug wartet der Gang zum Amt – und eine Reihe von Verträgen, die Ihre neue Adresse brauchen. Wir zeigen Ihnen, welche Fristen gelten, welche Unterlagen Sie brauchen und in welcher Reihenfolge Sie am besten vorgehen.

Von Dmitri Schneider, Bezirksleiter · Hannover Aktualisiert am 26. Oktober 2026

Mann sortiert Unterlagen für die Ummeldung in der neuen Wohnung (KI-generierte Illustration)

Wer in Deutschland umzieht, muss seinen neuen Wohnsitz bei der Meldebehörde anmelden. Das ist gesetzlich vorgeschrieben (Bundesmeldegesetz) – aber halb so wild, wenn Sie vorbereitet sind. Unsere Kunden fragen uns am Umzugstag oft, was sie jetzt alles ummelden müssen. Deshalb haben wir hier die vollständige Liste mit Fristen zusammengestellt, damit Sie nichts vergessen und keine Post ins Leere geht.

Welche Frist gilt?

Nach § 17 Bundesmeldegesetz müssen Sie sich innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug bei der Meldebehörde (Einwohnermeldeamt / Bürgeramt) Ihrer neuen Stadt anmelden. Wer ins Ausland zieht und keine neue Wohnung im Inland bezieht, muss sich innerhalb von zwei Wochen nach dem Auszug abmelden. Wer sich nicht oder zu spät anmeldet, handelt ordnungswidrig; das Gesetz sieht dafür eine Geldbuße von bis zu 1.000 Euro vor (§ 54 BMG). Anmelden können Sie sich frühestens am Tag des Einzugs – entweder online (siehe unten) oder mit Termin im Bürgeramt. Wie das in Bielefeld, Hannover, Köln, Osnabrück und Paderborn geht, steht weiter unten.

Tipp: Termine beim Bürgeramt sind in größeren Städten oft Wochen im Voraus ausgebucht. Buchen Sie den Termin schon, sobald Ihr Umzugsdatum feststeht.

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Online ummelden mit der eWA

Seit einiger Zeit geht die Anmeldung in vielen Städten ganz ohne Behördengang: über die elektronische Wohnsitzanmeldung (eWA) unter wohnsitzanmeldung.gov.de. Der Dienst ist kostenlos. Sie erhalten eine digitale Meldebestätigung, und die neue Adresse wird per AusweisApp direkt auf den Chip Ihres Ausweises geschrieben; den Adressaufkleber schickt die Bundesdruckerei anschließend per Post.

Das brauchen Sie dafür:

  • Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion (oder eID-Karte für EU-/EWR-Bürger) und die sechsstellige PIN,
  • ein NFC-fähiges Smartphone oder ein Kartenlesegerät mit der AusweisApp,
  • ein Nutzerkonto mit Online-Ausweis, z. B. die BundID,
  • bei Mietwohnungen die Wohnungsgeberbestätigung als Datei zum Hochladen (der Mietvertrag reicht nicht).

Wann es nicht online geht: Die eWA ist für Umzüge innerhalb Deutschlands und nur für die Haupt- bzw. alleinige Wohnung gedacht. Eine Nebenwohnung oder ein Zuzug aus dem Ausland läuft weiter über das Bürgeramt. Anmelden können sich volljährige Einzelpersonen oder Familien, die gemeinsam umziehen (Ehe- oder Lebenspartner mit minderjährigen Kindern). Ob Ihre Gemeinde schon teilnimmt, zeigt die Übersicht auf wohnsitzanmeldung.gov.de.

Tipp aus der Praxis: Die Behörde prüft den Online-Antrag noch – in Bielefeld und Osnabrück laut Stadt bis zu drei Werktage. Stellen Sie ihn deshalb gleich nach dem Einzug, dann bleibt genug Luft bis zum Ende der Zwei-Wochen-Frist.

Stand: Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Ummelden in Bielefeld, Hannover, Köln, Osnabrück und Paderborn

In allen fünf Städten, in denen wir eine Filiale haben, ist die Anmeldung online per eWA möglich und laut Stadt gebührenfrei. Wer lieber persönlich hingeht, braucht fast überall einen Termin:

StadtPersönlichGut zu wissen
BielefeldBürgerberatung nur mit Termin – Online-TerminvereinbarungWohnsitz anmelden bzw. innerhalb Bielefelds ummelden. Adressänderung im Fahrzeugschein: 11,40 Euro.
HannoverBürgeramt mit Online-Termin; in den Bürgerämtern Aegi, Bemerode und Herrenhausen donnerstags ohne TerminLaut Stadt gilt die Terminbuchung als Nachweis, wenn es innerhalb der Frist keinen freien Termin mehr gibt. Online-Anmeldung der Stadt.
KölnIn einem der neun Kundenzentren: montags und mittwochs ohne Termin, dienstags, donnerstags und freitags mit TerminDie Wohnungsgeberbestätigung lässt sich nicht nachreichen. Anmeldung und Ummeldung innerhalb Kölns. Adressänderung im Fahrzeugschein: 10,80 Euro.
OsnabrückBürgeramt nach Terminvereinbarung; tagesaktuelle Termine laut Stadt meist zwischen 7.30 und 8 UhrAnmeldung und Ummeldung; online rechnet die Stadt mit rund 15 Minuten eigenem Aufwand.
PaderbornEinwohneramt mit TerminAn- und Ummeldung. Wer innerhalb des Kreises Paderborn umzieht, kann den Fahrzeugschein gleich im Einwohneramt ändern lassen.

Ziehen Sie in eine dieser Städte? Den Umzug selbst übernehmen wir zum Festpreis: Bielefeld, Hannover, Köln, Osnabrück und Paderborn.

Angaben laut den Websites der Städte, Stand Oktober 2026. Termine und Abläufe können sich ändern.

Die vollständige Liste: Was Sie wann ummelden müssen

Nicht alles hat eine gesetzliche Frist. Wo das Gesetz eine vorgibt, verlinken wir die Vorschrift. Überall sonst gilt: je früher, desto besser.

StelleFristHinweis
Einwohnermeldeamt / Bürgeramt2 Wochen nach Einzug (§ 17 BMG)Ausweis und Wohnungsgeberbestätigung mitbringen
Kfz-Zulassungsstelleunverzüglich (§ 15 FZV)Bei neuem Zulassungsbezirk bei der Behörde des neuen Wohnorts; das bisherige Kennzeichen kann weitergeführt werden. In vielen Städten erledigt das Bürgeramt die Adressänderung im Fahrzeugschein gleich mit.
Strom und GasSonderkündigung mit 6 Wochen Frist (§ 41b Abs. 5 EnWG)Neue Adresse in der Kündigung angeben; der Versorger kann innerhalb von zwei Wochen anbieten, Sie am neuen Wohnort zu gleichen Bedingungen weiter zu beliefern. Zählerstände am Umzugstag fotografieren.
Internet und Telefonso früh wie möglich, Kündigung mit 1 Monat Frist, falls am neuen Ort nicht verfügbar (§ 60 TKG)Der Anbieter muss den Vertrag am neuen Wohnort fortsetzen, wenn er die Leistung dort anbietet. Schaltungen brauchen oft mehrere Wochen Vorlauf.
Bank und Versicherungenkeine gesetzliche Frist, zeitnahHausrat- und Kfz-Versicherung sofort informieren, weil sich Beitrag und Versicherungsort ändern können
Nachsendeauftragca. 1–2 Wochen vor dem UmzugBei der Deutschen Post, kostenpflichtig, für mehrere Monate buchbar
Rundfunkbeitragzeitnah nach dem UmzugOnline beim Beitragsservice; pro Wohnung ein Beitrag
Arbeitgeber, Schule, Kitavor dem UmzugArbeitgeber für Lohnabrechnung und Steuer; Schul- und Kita-Wechsel brauchen oft Monate Vorlauf
Hundesteuernach Satzung der GemeindeBei der alten Gemeinde ab-, bei der neuen anmelden; Fristen regelt jede Kommune selbst
Finanzamt, Krankenkasse, FamilienkassezeitnahDie Meldebehörde gibt Daten teilweise weiter, eine eigene Mitteilung schadet aber nicht

Wer mit Kindern oder Haustieren umzieht, findet weitere Hinweise zu Kita, Schule und Hundesteuer im Beitrag Umzug mit Kindern und Haustieren.

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Stand der Gesetzesangaben: September 2026.

Die Wohnungsgeberbestätigung (§ 19 BMG)

Ohne dieses Dokument kommen Sie beim Bürgeramt nicht weit. Nach § 19 Bundesmeldegesetz ist Ihr Vermieter – das Gesetz spricht vom Wohnungsgeber – verpflichtet, bei der Anmeldung mitzuwirken. Er oder eine von ihm beauftragte Person muss Ihnen den Einzug innerhalb der Zwei-Wochen-Frist schriftlich bestätigen oder die Bestätigung elektronisch direkt an die Meldebehörde schicken.

Die Bestätigung muss laut § 19 Absatz 3 BMG enthalten:

  • Name und Anschrift des Wohnungsgebers und, falls abweichend, den Namen des Eigentümers,
  • das Einzugsdatum,
  • die Anschrift der Wohnung,
  • die Namen der meldepflichtigen Personen.

Fordern Sie die Bestätigung am besten schon bei der Schlüsselübergabe an. Viele Städte stellen ein Formular auf ihrer Website bereit. Wer in eine eigene Immobilie zieht, stellt die Bestätigung selbst aus.

Gleichzeitig mit dem Einzug steht meist die Übergabe der alten Wohnung an. Halten Sie Zählerstände, Schlüssel und Zustand der Räume schriftlich fest – mit unserer kostenlosen Vorlage für das Wohnungsübergabeprotokoll, direkt am Bildschirm ausfüllbar und druckbar.

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Diese Unterlagen brauchen Sie

  • Personalausweis oder Reisepass aller anzumeldenden Personen.
  • Wohnungsgeberbestätigung (§ 19 BMG) – das vom Vermieter ausgefüllte Formular, das Ihren Einzug bestätigt.
  • Bei Familien: ggf. Geburtsurkunden oder das Familienstammbuch.
  • Wenn jemand anderes die Anmeldung für Sie erledigt: eine schriftliche Vollmacht und Ihren Ausweis.
  • Für die Kfz-Ummeldung: Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein); bei einem neuen Kennzeichen zusätzlich Teil II und die eVB-Nummer der Versicherung.

Typische Stolperfallen und wie Sie sie vermeiden

Bei vielen Umzügen, die wir begleiten, sehen wir immer wieder dieselben kleinen Fehler. Sie kosten selten viel Geld, aber oft Zeit und Nerven:

  • Kein Termin beim Bürgeramt: Wer erst nach dem Umzug einen Termin sucht, findet in größeren Städten oft keinen innerhalb der zwei Wochen. Buchen Sie ihn, sobald das Umzugsdatum feststeht. Manche Kommunen bieten die Anmeldung inzwischen auch online an; ob das in Ihrer Stadt geht, steht auf deren Serviceportal.
  • Wohnungsgeberbestätigung fehlt: Ohne sie wird die Anmeldung nicht bearbeitet. Lassen Sie sie sich bei der Schlüsselübergabe direkt unterschreiben.
  • Zählerstände vergessen: Ohne Foto der Zählerstände am Auszugs- und Einzugstag drohen Streit mit Vermieter und Versorger über den Verbrauch. Ein Handyfoto mit Datum genügt.
  • Nachsendeauftrag zu kurz: Jahresabrechnungen, Steuerpost und Versicherungsschreiben kommen oft erst Monate später. Buchen Sie den Nachsendeauftrag lieber etwas länger.
  • Versicherungen nicht informiert: Die Hausratversicherung schützt Ihr Hab und Gut am Versicherungsort. Melden Sie die neue Adresse deshalb vor dem Umzug, nicht Wochen danach.

Planen Sie am Umzugstag zehn Minuten für Zählerstände und Übergabeprotokoll ein, bevor der letzte Karton aus der Tür ist. Danach ist die alte Wohnung oft schon an den Vermieter übergeben.

Die richtige Reihenfolge

Aus unserer Erfahrung mit vielen Umzügen hat sich diese Reihenfolge bewährt:

  1. 6–8 Wochen vorher: Strom, Gas und Internet kündigen oder umziehen lassen; Kita und Schule informieren.
  2. 2–4 Wochen vorher: Termin beim Bürgeramt buchen, Arbeitgeber, Bank und Versicherungen informieren.
  3. 1–2 Wochen vorher: Nachsendeauftrag einrichten.
  4. Am Umzugstag: Zählerstände fotografieren, Wohnungsgeberbestätigung abholen, Übergabeprotokoll ausfüllen.
  5. In den zwei Wochen danach: Anmeldung beim Bürgeramt, Kfz, Rundfunkbeitrag und Hundesteuer.

Den kompletten Zeitplan für Ihren Umzug finden Sie in unserer Umzugscheckliste.

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Häufige Fragen

Wie lange habe ich Zeit zum Ummelden?

In Deutschland müssen Sie sich innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug bei der Meldebehörde anmelden. Das regelt § 17 Bundesmeldegesetz.

Was kostet die Ummeldung?

Die An- oder Ummeldung beim Einwohnermeldeamt ist in der Regel kostenlos – Bielefeld, Hannover, Köln, Osnabrück und Paderborn nennen sie ausdrücklich gebührenfrei, die Online-Anmeldung per eWA ist ebenfalls kostenlos. Gebühren fallen für Zusatzleistungen an, etwa die Adressänderung im Fahrzeugschein oder eine Kfz-Ummeldung mit neuem Kennzeichen.

Kann ich mich online ummelden?

Ja, in vielen Städten über die elektronische Wohnsitzanmeldung (eWA) auf wohnsitzanmeldung.gov.de – darunter Bielefeld, Hannover, Köln, Osnabrück und Paderborn. Sie brauchen dafür den Personalausweis mit Online-Funktion und PIN, ein NFC-Smartphone mit AusweisApp und bei Mietwohnungen die Wohnungsgeberbestätigung als Datei. Nebenwohnungen und Zuzüge aus dem Ausland gehen nicht online.

Was passiert, wenn ich mich zu spät anmelde?

Eine verspätete Anmeldung ist eine Ordnungswidrigkeit. § 54 Bundesmeldegesetz sieht dafür eine Geldbuße von bis zu 1.000 Euro vor. Wer innerhalb der zwei Wochen keinen Termin bekommt, nutzt am besten die Online-Anmeldung; in Hannover gilt laut Stadt auch die Terminbuchung als Nachweis.

Was ist eine Wohnungsgeberbestätigung?

Eine Bestätigung des Vermieters, dass Sie in die Wohnung eingezogen sind (§ 19 BMG). Sie enthält Name und Anschrift des Wohnungsgebers, Einzugsdatum, Anschrift der Wohnung und die Namen der Meldepflichtigen und ist für die Anmeldung verpflichtend.

Kann ich meinen Stromvertrag beim Umzug kündigen?

Ja. Nach § 41b Absatz 5 EnWG haben Haushaltskunden bei einem Wohnsitzwechsel ein Sonderkündigungsrecht mit sechs Wochen Frist. Der Versorger kann innerhalb von zwei Wochen anbieten, Sie am neuen Wohnort zu gleichen Bedingungen weiter zu beliefern.

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