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Steuer-Tipp

Umzugskosten von der Steuer absetzen

Ein erheblicher Teil Ihrer Umzugskosten kann zurück in Ihre Tasche fließen. Ob privat oder beruflich umgezogen – wir erklären die beiden Wege, wie die Umzugskostenpauschale funktioniert und welche Belege das Finanzamt sehen will.

Von Manan Usman, CEO · Prokurist · Zentrale · Bielefeld Aktualisiert am 23. September 2026

Mann prüft Rechnung und Belege für die Steuererklärung (KI-generierte Illustration)

Viele wissen es nicht: Umzugskosten sind in Deutschland steuerlich begünstigt. Welcher Weg für Sie gilt, hängt vom Anlass des Umzugs ab. Bei einem privaten Umzug greift die haushaltsnahe Dienstleistung, bei einem beruflich veranlassten Umzug der volle Werbungskostenabzug. Hier kommen die wichtigsten Regeln – verständlich erklärt und mit Links auf die Gesetzestexte, damit Sie selbst nachlesen können.

Privater Umzug: 20 % als haushaltsnahe Dienstleistung

Ziehen Sie aus privaten Gründen um, gilt der Umzug als haushaltsnahe Dienstleistung nach § 35a EStG. Das Gesetz ermäßigt die Einkommensteuer um 20 % der Aufwendungen, höchstens 4.000 € im Jahr. Sie ziehen den Betrag direkt von Ihrer Steuerschuld ab, nicht nur vom Einkommen.

  • Abziehbar ist nur der Lohn-, Arbeits- und Fahrtkostenanteil, nicht das Verpackungsmaterial.
  • Die Leistung muss per Rechnung erbracht und auf das Konto des Anbieters bezahlt sein – so steht es in § 35a Absatz 5 EStG. Barzahlung erkennt das Finanzamt nicht an.

Allgemeine Information, keine Steuerberatung.

Beruflicher Umzug: voll als Werbungskosten

War der Umzug beruflich veranlasst, sind die Kosten in voller Höhe als Werbungskosten (§ 9 EStG) absetzbar. Dazu zählen die Rechnung des Umzugsunternehmens, Fahrtkosten zur Wohnungssuche und weitere belegbare Ausgaben. Zusätzlich können Sie eine Umzugskostenpauschale für sonstige Auslagen ohne Einzelnachweis ansetzen, dazu gleich mehr.

Übernimmt Ihr Arbeitgeber die Umzugskosten ganz oder teilweise, dürfen Sie nur den Teil als Werbungskosten ansetzen, den Sie selbst getragen haben.

Allgemeine Information, keine Steuerberatung.

Wann gilt der Umzug als beruflich?

Das Finanzamt erkennt einen Umzug als beruflich veranlasst an, wenn der Beruf der entscheidende Grund war. Typische Fälle sind:

  • Sie treten eine neue Stelle an oder wechseln den Arbeitgeber und ziehen deshalb an den neuen Arbeitsort.
  • Sie werden versetzt oder Ihr Arbeitgeber verlegt den Standort.
  • Ihr täglicher Arbeitsweg verkürzt sich deutlich. Die Finanzämter rechnen als Faustregel mit rund einer Stunde Zeitersparnis pro Tag für Hin- und Rückweg zusammen.
  • Sie müssen aus einer Dienstwohnung ausziehen oder auf Wunsch des Arbeitgebers in eine einziehen.
  • Sie ziehen wegen einer doppelten Haushaltsführung an den Arbeitsort oder beenden sie.

Private Gründe wie Heirat, Familienzuwachs oder der Wunsch nach einer größeren Wohnung treten in den Hintergrund, wenn eine der beruflichen Voraussetzungen klar erfüllt ist. Fehlt sie, bleibt der Weg über § 35a EStG. Übrigens: Ob Ihr Arbeitgeber Ihnen für den Umzugstag frei geben muss, ist eine andere Frage. Die Antwort lesen Sie in unserem Beitrag Sonderurlaub beim Umzug.

Allgemeine Information, keine Steuerberatung.

Wie hoch ist die Umzugskostenpauschale 2026?

Die Pauschale für sonstige Umzugsauslagen – etwa neue Gardinen, Anschluss von Elektrogeräten oder Ummeldegebühren – stammt aus dem Bundesumzugskostengesetz. Nach § 10 BUKG wird sie nicht als fester Eurobetrag im Gesetz genannt, sondern als Prozentsatz berechnet:

  • 15 % des Endgrundgehalts der Besoldungsgruppe A 13 für die berechtigte Person, die vorher eine Wohnung hatte und danach wieder eine einrichtet,
  • zusätzlich 10 % für jede weitere Person, die mit im Haushalt lebt und mit umzieht.

Maßgeblich ist das Endgrundgehalt „am Tag vor dem Einladen des Umzugsgutes“. Weil sich die Beamtenbesoldung regelmäßig ändert, ändert sich auch die Pauschale in Euro. Die Finanzverwaltung orientiert sich bei beruflichen Umzügen an diesen Regeln und veröffentlicht die jeweils geltenden Eurobeträge in einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums.

Wir nennen hier bewusst keinen Eurobetrag, weil wir den aktuellen amtlichen Wert bei Veröffentlichung nicht selbst prüfen konnten. Den gültigen Betrag für Ihr Umzugsdatum erfahren Sie bei Ihrem Finanzamt, auf der Website des Bundesfinanzministeriums oder in Ihrer Steuersoftware. Wer höhere sonstige Kosten hat, kann statt der Pauschale auch die tatsächlichen Kosten mit Belegen nachweisen.

Allgemeine Information, keine Steuerberatung.

Was zählt zusätzlich? Doppelte Miete, Maklerkosten und Nachhilfe

Neben der Umzugsrechnung und der Pauschale sind bei einem beruflichen Umzug weitere Kosten ansetzbar. Das BUKG, an dem sich die Finanzverwaltung orientiert, nennt unter anderem:

  • Doppelte Miete: Nach § 8 BUKG wird Miete für die alte Wohnung bis zu dem Zeitpunkt erstattet, zu dem das Mietverhältnis frühestens gelöst werden konnte, längstens für sechs Monate, wenn gleichzeitig Miete für die neue Wohnung anfiel. Miete für die neue Wohnung, die noch nicht genutzt werden konnte, höchstens für drei Monate.
  • Maklerkosten: Nach § 9 Absatz 1 BUKG die notwendigen ortsüblichen Maklergebühren für die Vermittlung einer Mietwohnung und einer Garage. Beim Kauf einer eigenen Wohnung höchstens bis zu dieser Höhe.
  • Zusätzlicher Unterricht für Kinder: Nach § 9 Absatz 2 BUKG umzugsbedingte Nachhilfe, je Kind höchstens 20 % des Endgrundgehalts der Besoldungsgruppe A 13.
  • Fahrtkosten: Fahrten zur Wohnungsbesichtigung und die Fahrt am Umzugstag.

Nicht absetzbar sind Kosten für neue Möbel oder eine Renovierung, die über die Wiederherstellung des vertragsgemäßen Zustands hinausgeht.

Allgemeine Information, keine Steuerberatung. Ob ein Posten in Ihrem Fall anerkannt wird, klären Sie mit Ihrem Finanzamt oder Steuerberater.

Welcher Weg gilt für mich?

 Privater UmzugBeruflicher Umzug
Rechtsgrundlage§ 35a EStG§ 9 EStG (Werbungskosten)
Höhe20 % der Arbeits-/Fahrtkostenvolle Kosten
Obergrenze4.000 € pro Jahrkeine feste Grenze
Zusätzliche Pauschaleneinja (Umzugskostenpauschale)

Pro Umzug gilt nur ein Weg – entweder privat oder beruflich. Bei beruflichem Anlass ist der volle Werbungskostenabzug fast immer der bessere.

Welche Belege das Finanzamt braucht

Das Finanzamt kann Nachweise anfordern. Sammeln Sie deshalb schon während des Umzugs alles in einem Ordner:

  • Rechnung des Umzugsunternehmens mit getrennt ausgewiesenem Arbeits- und Fahrtkostenanteil. Unsere Rechnungen sind so aufgebaut.
  • Zahlungsnachweis, also den Kontoauszug mit der Überweisung. Für § 35a EStG ist die Zahlung auf das Konto des Anbieters Pflicht.
  • Bei beruflichem Umzug: Arbeitsvertrag oder Versetzungsschreiben, alte und neue Adresse, Nachweis zur Fahrzeitersparnis (z. B. Routenplaner-Ausdruck) und eine Bescheinigung, ob und in welcher Höhe der Arbeitgeber Kosten erstattet hat.
  • Mietverträge der alten und neuen Wohnung mit Kündigungsbestätigung, wenn Sie doppelte Miete geltend machen.
  • Maklerrechnung, Fahrtbelege und Quittungen für weitere Einzelkosten.

In der Steuererklärung tragen Sie haushaltsnahe Dienstleistungen in der Anlage für Haushaltsnahe Aufwendungen ein, Werbungskosten in der Anlage N.

Allgemeine Information, keine Steuerberatung.

So machen wir es Ihnen leicht

Unsere Festpreis-Rechnung weist den absetzbaren Arbeits- und Fahrtkostenanteil sauber getrennt aus – so haben Sie für das Finanzamt alle Angaben in der Hand. Zahlen Sie per Überweisung und heben Sie Rechnung und Kontoauszug auf. Was ein Umzug bei uns kostet, lesen Sie im Beitrag Umzugsfirma Kosten 2026. Hinweis: Das sind allgemeine Informationen, keine Steuerberatung. Im Zweifel hilft Ihr Finanzamt oder Steuerberater weiter.

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Häufige Fragen

Wie viel Umzugskosten kann ich von der Steuer absetzen?

Bei einem privaten Umzug 20 % der Arbeits- und Fahrtkosten, höchstens 4.000 € pro Jahr (§ 35a EStG). Bei einem beruflich veranlassten Umzug sind die Kosten in voller Höhe als Werbungskosten absetzbar, zusätzlich gibt es eine Umzugskostenpauschale.

Wie hoch ist die Umzugskostenpauschale?

Sie wird nach § 10 BUKG berechnet: 15 % des Endgrundgehalts der Besoldungsgruppe A 13 für die berechtigte Person und 10 % für jede weitere Person im Haushalt. Den aktuell gültigen Eurobetrag veröffentlicht das Bundesfinanzministerium; Ihr Finanzamt nennt ihn Ihnen.

Was zählt als beruflich veranlasster Umzug?

Zum Beispiel ein Umzug wegen eines neuen Jobs, einer Versetzung oder wenn sich Ihr täglicher Arbeitsweg deutlich verkürzt – die Finanzämter rechnen grob mit rund einer Stunde Zeitersparnis pro Tag.

Muss ich die Umzugsfirma per Überweisung bezahlen?

Für die steuerliche Anerkennung als haushaltsnahe Dienstleistung: ja. § 35a Absatz 5 EStG verlangt eine Rechnung und die Zahlung auf das Konto des Anbieters. Barzahlung erkennt das Finanzamt nicht an.

Kann ich Material und Kartons auch absetzen?

Bei der haushaltsnahen Dienstleistung zählt nur der Arbeits- und Fahrtkostenanteil, nicht das Material. Bei einem beruflichen Umzug sind dagegen die gesamten Kosten absetzbar.

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